Oersdorf. „Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn
man es teilt.“ An diese Devise von Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer
hat sich Gerhard
Bosk mit der Masurenhilfe stets gehalten. Seit 25 Jahren unterstützt der im
ostpreußischen Saffronken geborene Oersdorfer durch das von ihn initiierte
Projekt die Menschen in seiner alten Heimat. Unermüdlich hat er seitdem in
Kaltenkirchen und Umgebung Geld- und Sachspenden sowie Lebensmittel gesammelt.
Werte von mehr als 450.000 Euro brachten er und weitere Helfer so ins heutige
Polen.
Über 150 Versorgungsfahrten hat der ehemalige Leiter der
Hauptschule in Kaltenkirchen nach Masuren gemacht. „Die dabei zurückgelegte
Strecke hätte für zehn Erdumkreisungen gelangt“, sagt
Bosk. Zu den
Hilfsgütern für die deutschen Landsleute zählten auch Arzneimitteln und
medizinische Geräte. Einmal konnte er sogar eine Fuhre von 12.000 Einmal- und
2.000 Diabetikerspritzen für das Krankenhaus in
Johannisburg (Pisz)
liefern. An das Hospital in Lötzen (Gizycko) ging Anfang der Achtziger Jahre
auch eines der wertvollsten Einzelstücke in der Geschichte der Transporte: ein
Nakosegerät für über 120.000 Deutsche Markstimmt. Für diese Spenden hatten sich
der damalige Segeberger Landrat Anton Graf Schwerin von Krosigk und Dr. Sönke
Jacobsen, Chefarzt im Krankenhaus Kaltenkirchen, stark eingesetzt.
Unterstützt wurde Bosks Masurenhilfsaktion von der
Kreisgemeinschaft Johannisburg, deren Ehrenvorstand Bosk ist, der Bruderhilfe
der Landsmannschaft Ostpreußen und der Johanniter-Unfall-Hilfe. Auch durch
diesen Rückhalt ließ sich Bosk von den langwierigen Zollkontrollen zu Zeiten des
Kalten Krieges nicht von seiner Mission abschrecken. Selbst dass ihm ein
geliehener VW-Bus auf dem Marktplatz in Johannisburg gestohlen wurde, bremste
ihn nicht.
Außer der Dankbarkeit der Menschen hat der Oersdorfer noch
eine Menge mehr in der alten Heimat gefunden. Eine Vielfalt von Motiven für sein
Hobby, die Fotografie. Über 5.000
Farbbilder und Dias
hat er in seinem Ostpreußen-Archiv. Sie sind der Fundus aus dem er schöpft, wenn
er in Diavorträgen und
Ausstellungen die Schönheiten Masuren
vorstellt.