Schon seit 1952 trifft sich die Kreisgemeinschaft
Johannisburg am 1. Mai in Düsseldorf zu ihrem Heimattreffen. Aus nah und fern
kamen die Landsleute angereist, um mit ihren ehemaligen Nachbarn, Schul- und
Jugendfreunden über die schöne Zeit von einst daheim zu erzählen und
Erinnerungen auszutauschen. So konnte auch in diesem Jahr Landsmann
Kurt Zwikla bei herrlichem
Frühlingswetter in der schönen Landeshauptstadt Düsseldorf die vielen Landsleute
begrüßen und willkommen heißen. Insbesondere wurde der neue Kreisvorsitzende
Willi Reck aus Peine von seinen
Landsleuten mit viel Beifall begrüßt. Die Feierstunde begann mit der
Totenehrung, wobei besonders des langjährigen Kreisvorsitzenden
Gerhard Wippich gedacht wurde. Von
Traute Willutzki wurde ein Gedicht über Masuren vorgetragen. Das Ehepaar Bausch
stimmte Frühlingslieder zum Mitsingen an. Magdalena Bausch trug ein Gedicht vom
Frühling vor. Kurt Zwikla betonte in
seiner Ansprache, wir sind froh, daß wir einen jungen dynamischen Lorbaß, der in
Kreuzofen geboren ist, zu unserem neuen Kreisvorsitzenden erkoren haben.
Natürlich werden wir unseren langjährigen Vorsitzenden
Gerhard Wippich, der sich sehr
viel für unsere Johannisburger Heimat eingesetzt hat, nicht vergessen.
Anschließend sprach der neue Kreisvertreter
Willi Reck zu seinen Landsleuten. Begrüßt wurden von Zwikla auch die
Gehlenburger und Drigelsdorfer Landsleute, die immer hier in Düsseldorf stark
vertreten sind. Weiter sprach Zwikla von dem besonders schönen Frühling in
Ostpreußen, vor allem unser Masuren war ein unvergeßliches Naturparadies. Man
konnte jeden Tag etwas Neues entdecken. Ende März kamen die Störche, da sangen
wir Kinder: „Storch, Storch, Bester, bring mir eine Schwester" oder „Storch,
Storch, Guter, bring mir einen Bruder". Meist brachten sie auch für jede Familie
eine Marjell oder einen Lorbaß, daher auch der reiche Kindersegen. Und wenn dann
pünktlich zum 1. Mai der Kuckuck im Wald zu hören war, wußten wir, jetzt ist der
Frühling da. Wir nahmen unser Portemonnaie und schwenkten es, das brachte Glück,
und wir hatten das ganze Jahr über ein paar Dittchen.
Nun aber ein paar Worte über uns, unsere Vorfahren, und auch
wir sind immer sehr heimatverbunden, lieben unsere Heimat über alles, und ich
hoffe, daß es auch weiter so bleibt, denn wir sind die letzte Erlebnisgeneration
und haben die heilige Pflicht, dafür zu sorgen, daß das kulturelle Erbe, die
Sitten und Bräuche erhalten bleiben und an unsere Kinder und Enkel weitergegeben
werden. Nach dem Mittagessen (es gab reichlich Königsberger Klopse) saßen die
Landsleute noch lange in gemütlicher Runde zusammen und tauschten mit
Begeisterung ihre Erinnerungen von einst daheim aus. Am späten Nachmittag
machten sich die Landsleute auf den Heimweg und versprachen, im nächsten Jahr
wiederzukommen.