50 Jahre Patenschaft
mit der
Kreisgemeinschaft Johannisburg
Die Patenschaft des Kreises
Schleswig-Flensburg mit der Kreisgemeinschaft Johannisburg besteht seit 50
Jahren. In der Nachkriegszeit hatte der Kreis Flensburg-Land die Patenschaft für
den ostpreußischen Kreis übernommen, "um seiner tiefen Verbundenheit mit den
Heimatvertriebenen des Kreises Johannisburg Ausdruck zu verleihen", wie es die
Patenschaftsurkunde vom 20. Juni 1954 dokumentiert.
Die Kreisgemeinschaft
Johannisburg ist ein Zusammenschluss von rd. 6.500 masurischen Familien, die
heute über ganz Deutschland verstreut leben.
Die Feierstunde zum großen Jubiläum fand
während des
Haupttreffens der Johannisburger am Sonntag (5. September 2004) in
Dortmund stand. Kreispräsident Johannes Petersen, der
gemeinsam mit seiner Stellvertreterin, Barbara Scheufler-Lembcke, als Abordnung
des Kreises Schleswig-Flensburg an der Veranstaltung teilnahm, blickte in
seiner Festansprache zunächst auf den Ursprung der Patenschaft zurück. Nach dem
totalen Zusammenbruch habe der Kreis die kulturelle und soziale Aufgabe
übernommen, den Vertriebenen zu helfen, ostdeutsches Kulturgut zu pflegen,
Erinnerungen an die Heimat wach zu halten und an kommende Generationen
weiterzugeben. Die Patenschaftsarbeit in den vergangenen 50 Jahren sei von
gegenseitigem Vertrauen und Verständnis geprägt gewesen. Sie habe sich mit der
Zeit gewandelt und sei in manchen Diskussionen vorangebracht worden. So sei die
Kreisgemeinschaft nach der politischen Wende in Europa von Anfang an in die neue
Partnerschaft des Kreises Schleswig-Flensburg mit der Stadt und dem Kreis
Johannisburg in Polen eingebunden worden. "Wer etwas Durchgreifendes für die
deutschen Landsleute in der Heimat tun will, kann dies nicht gegen die Polen
tun, sondern nur mit ihnen", betonte Petersen. Der Kreis Schleswig-Flensburg sei
bestrebt, diesen Weg der Verständigung mit den Polen konsequent weiter zu gehen
und auf diese Weise auch die ostdeutsche Patenschaft fortzuentwickeln.
"Europa ist zu allererst eine
Friedensgemeinschaft", sagte der Kreispräsident. Daher habe er mit besonderer
Freude die Ausführung des Johannisburger Kreisvertreters
Willi Reck zur
Kenntnis genommen, der die gemeinsame Arbeit als ein Viereck beschrieben habe,
dessen Eckpunkte der Kreis Schleswig-Flensburg, die Stadt und der Kreis
Johannisburg in Polen, der Deutsche Verein "Rosch" nach polnischem Recht und die
Kreisgemeinschaft Johannisburg nach deutschem Vereinsrecht seien. "Ich bin
sicher", schloss Kreispräsident Petersen, "dass wir auf dieser Basis eine
friedliche und gute Zukunft bauen können".
ausführlicher Bericht zum 49. Hauptkreistreffen 2004 in Dortmund
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