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Abschied und Neubeginn
 

Rede Willi Reck
 
Kreis Johannisburg Ostpreußen
  
Kreisgemeinschaft
Johannisburg
e. V.

 

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Abschied und Neubeginn
in der Kreisgemeinschaft Johannisburg

(23.10.2003) Die Kreisgemeinschaft Johannisburg, zu der der Kreis Schleswig-Flensburg seit fast 50 Jahren eine Patenschaft unterhält, hat einen neuen Vorstand. Die Jahreshauptversammlung der Kreisgemeinschaft wählte als Nachfolger für den langjährigen Vorsitzenden, Gerhard Wippich aus Köln, Willi Reck aus Peine in das Führungsamt. Als stellvertretender Vorsitzender löst Herbert Soyka (Osnabrück) den Oersdorfer Gerhard Bosk ab. Die Kreisgemeinschaft ist ein Zusammenschluss von rund 6.500 Familien heimatvertriebener Johannisburger, die heute in ganz Deutschland leben.

Kreispräsident Johannes Petersen und Landrat Jörg-Dietrich Kamischke empfingen die Johannisburger aus Anlass des personellen Wechsels im Schleswiger Kreishaus. Sie verabschiedeten Gerhard Wippich und Gerhard Bosk mit einem herzlichen Dank für deren einzigartiges Engagement im Dienste ihrer Landsleute aus Masuren. In vorbildlicher Kontinuität hätten die Vorstandsmitglieder das Miteinander der Johannisburger gefördert und zugleich humanitäre Brücken zu der polnischen Bevölkerung geschlagen, die heute in Masuren lebt.

Dem neuen Vorstand der Patenschaft Johannesburg versicherten Petersen und Kamischke die Solidarität des Kreises Schleswig-Flensburg. Sie baten Willi Reck und Herbert Soyka, im Rahmen der Patenschaft weiterhin zur Versöhnung zwischen Deutschen und Polen beizutragen. Nur die gemeinsame Aufarbeitung der Vergangenheit und eine vertrauensvolle Perspektive für die Zukunft garantiere den wahren Erfolg für alle Beteiligten.

Am Donnerstagabend nehmen die Johannisburger an dem Empfang des Kreises für eine polnische Delegation aus Pisz, dem früheren Johannisburg teil, die vom 22. bis 25. Oktober in Schleswig zu Gast war.

 Abschied und Neubeginn in der Kreisgemeinschaft Johannisburg

Zu unserem Bild: Kreispräsident Johannes Petersen (3. v. l.) und Landrat Jörg-Dietrich Kamischke (4. v. l.) sowie Koordinator Helmut Thomsen (3. v. r.) verabschiedeten Gerhard Wippich (2. v. r.) und Gerhard Bosk (r.) und hießen Willi Reck (2. v. l.) und Herbert Soyka (l.) von der Kreisgemeinschaft Johannisburg willkommen.

Partner einig:
Deutsch-polnische Kontakte sollen vertieft werden

(24.10.2003) Höhepunkt des Besuchsprogramms der offiziellen Delegation aus dem polnischen Partnerkreis Johannisburg (Pisz) vom 22. bis 25. Oktober im Kreis Schleswig-Flensburg war ein Empfang im Schleswiger Kreishaus.

Kreispräsident Johannes Petersen und Landrat Jörg-Dietrich Kamischke begrüßten im Bürgersaal neben den polnischen Gästen mit Landrat Zbigniew Wlodkowski und Bürgermeister Andrzej Szymborski an der Spitze auch zahlreiche Persönlichkeiten, die mit der Partnerschaftsarbeit in Verbindung stehen, unter ihnen die Mitglieder des Hauptausschusses und der alte und neue Vorstand der Kreisgemeinschaft Johannisburg.

In seiner Ansprache stellte Kreispräsident Petersen das Ziel der Partnerschaft heraus, dort einen Beitrag zur Versöhnung zwischen den Völkern zu leisten, wo sich die Menschen am nächsten seien, auf der kommunalen Ebene. "Das heißt dort, wo die Vereine, die Feuerwehren, die Jugend und die Schulen ihre unmittelbaren Bezüge haben. Ich finde, wir haben hier schon sehr viel Vorzeigbares geleistet und sollten auf diesem Weg fortsetzen", sagte Petersen. Weiter bekräftigte er, dass der Kreis im Einvernehmen mit der polnischen Seite die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen ebenso wie die in Polen lebende deutsche Minderheit intensiv in die Partnerschaft einbeziehe.

Der neu gewählte Johannisburger Landrat Zbigniew Wlodkowski überbrachte die Grüße seines Amtsvorgängers und äußerte sich anerkennend über das Miteinander der Kreise. Er regte an, den kulturellen Bereich stärker einzubinden, um die Bürger beider Kreise auf diese Weise einander näher zu bringen.

In wirtschaftlicher Hinsicht könne er sich eine direkte Zusammenarbeit gewerblicher Betriebe zum beiderseitigen Nutzen vorstellen, sagte Wlodkowski. Zudem sollten Gemeinschaftsaktivitäten im Tourismus genutzt werden, um die Bürger mit den Gegebenheiten im jeweiligen Partnerkreis besser vertraut zu machen.

Eine interessante Zukunftsvision brachte der Johannisburger Bürgermeister Andrzej Szymborski ein. Er schlug vor, nach Möglichkeiten zu suchen, eine deutsch-polnische Hochschule für "Unternehmensgeist und Entwicklung" in Johannisburg zu errichten. Kreispräsident Petersen wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Beitritt Polens zur Europäischen Union neue Chancen eröffne. Man werde unter Einbeziehung der Flensburger Universität und Fachhochschule ausloten, ob das Projekt einer deutsch-polnischen Hochschule in ein EU-Förderprogramm passe.

Der Vorsitzende der Kreisgemeinschaft Johannisburg, Willi Reck, dankte dem Kreis Schleswig-Flensburg für die vielfältige Unterstützung im Rahmen der fast 50-jährigen Patenschaft. Er sagte zu, dass sich die ehemaligen Johannisburger weiterhin mit humanitären und kulturellen Initiativen in die Völker verbindende Partnerschaft der Kreise einbringen werde. An die polnische Delegation richtete Reck die Bitte, die Heimatvertriebenen bei Anliegen in Johannisburg, wie der Pflege deutscher Friedhöfe, zu unterstützen.

Partner einig: Deutsch-polnische Kontakte sollen vertieft werden

Zu unserem Bild: Sie wollen die Partnerschaft vertiefen: vorn, v. l.: Landrat Kamischke, Landrat Wlodkowski, Kreispräsident Petersen, Bürgermeister Szymborski, Vizebürgermeisterin Sokoll.

Quellen:
KREIS SCHLESWIG-FLENSBURG, Pressestelle, Flensburger Str. 7, 24837 Schleswig
http://www.schleswig-flensburg.de/;
veröffentlicht im Johannisburger Heimatbrief 2004, Seite 58 und 60

 

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Stand: 08. Januar 2011